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Belgien plant Änderungen des Glücksspielgesetzes

Ende 2020 erreichte die Nachrichtenwelle über zugelassene Online Casinos in Deutschland und deren zukünftige Regulation den Höhepunkt. Wo man nur hingeschaut hat kamen neue Erkenntnisse, Vorschläge und Schlagzeilen zum Vorschein. Inzwischen werden fast täglich Nachrichten veröffentlicht, dass ein weiteres Land Änderungen des bestehenden Glücksspielgesetzes plant. Im Moment liegt in Belgien ein Vorschlag vor, der das bestehende Glücksspielgesetz verschärfen soll. Unter anderem soll es Einschränkungen bei der Werbung geben und das Mindestalter soll erhöht werden. Über all dies wurde bereits in Regierungskreisen diskutiert und ein Teil der Ideen mehr oder weniger abgesegnet.

Zwei rote und beleuchtete Würfel schweben in der Luft.

In Belgien könnte es bald zu Verschärfungen des Glücksspiels kommen und das Mindestalter könnte auf 21 Jahre heraufgesetzt werden. (©Peter-Lomas/Pixabay)

Verkauf der Zeitungsläden der belgischen Post Grund für Gesetzesänderung

Selbstverständlich hat jedes Land eigene Gründe, weshalb das aktuelle Glücksspielgesetz überarbeitet wird. In der Regel steht der Spielerschutz im Vordergrund. So ist es auch in Belgien, wenn auch dieses Land einen besonderen Grund nennt, weshalb im Moment das Glücksspielgesetz überarbeitet wird: Die Zeitungsläden der belgischen Post sind Ende Januar verkauft worden. Neuer Besitzer ist der Glücksspielkonzern Golden Palace. Der Eigentumswechsel an den neuen Besitzer stößt nicht nur auf Freude.

Belgiens Regierung hegt die Befürchtung, dass durch den Glücksspielkonzern künftig auch Glücksspiele in den Zeitungsläden angeboten werden. Bislang wurden über die betroffenen 175 Zeitungsläden Rubbellose verkauft und Golden Palace hat noch keine Ideen preisgegeben, ob in der Tat andere Glücksspiele angeboten werden sollen. Trotzdem wurde der Verkauf der Zeitungsläden vom Grünen-Abgeordneten Stefaan von Hecke als Anlass genommen, einen Entwurf zur Änderung des aktuellen Glücksspielgesetzes einzureichen.

Diese Vorschläge müssen zwar noch von der Regierung diskutiert werden. Es wurde jedoch bereits öffentlich bekanntgegeben, dass einige dieser Tagesordnungspunkte höchstwahrscheinlich umgesetzt werden. Hinter all diesen Vorschlägen steckt die Spielersicherheit, die erhöht werden soll.

Bestimmte Glücksspielautomaten sollen abgeschafft werden

Ein Vorschlag soll verhindern, dass sich Gaststätten und Tankstellen in Casinos verwandeln. An diesen Orten stehen zahlreiche Geldspielautomaten, die zwar nur einen geringen Einsatz fordern, aber auch nur einen geringen Gewinn auszahlen. Diese Automaten tragen die Bezeichnung Machines 3.3 und haben sich van Hecke zufolge ungehindert ausgebreitet. Ein weiteres Problem dieser Geräte ist, dass sie auch in Jugendzentren aufgestellt wurden. Deshalb wäre es sinnvoll, diese Geräte komplett zu verbieten.

Eine der Begründungen, weshalb exakt diese Automaten als gefährlich angesehen werden, stellen die verwendeten Symbole dar: Es werden keine Symbole wie bei den virtuellen Slots verwendet. Stattdessen zeigen die Walzen reguläre Würfel und Karten. Weshalb diese Symbole ein Problem darstellen, wurde in der öffentlichen Stellungnahme nicht verraten.

Solange Spielautomaten erlaubt sind, soll die Nutzung durch Jugendliche komplett abgeschafft werden. Hierbei denkt die Regierung über eine ID-Karte nach, die das Alter des Spielers verrät. Hat dieser das erforderliche Mindestalter erreicht, würde er mit der ID-Karte spielen können. Ob die ID Karte auch weitere Optionen enthält, wie zum Beispiel ein monatliches Einsatzlimit, wurde nicht bekanntgegeben. Es wurde lediglich verraten, dass mit der Karte auch diejenigen Spieler ermittelt werden, die sich auf der Schwarzen Liste befinden.

Glücksspielwerbung und Sponsoring soll stark eingeschränkt werden

Stefaan van Hecke hat weiterhin vorgeschlagen, die Glücksspielwerbung komplett zu verbieten. Diese Idee durchzusetzen, wird nicht einfach werden. Es gibt bereits einige Politiker, die gegen diesen Vorschlag sind. Zu diesen zählen zum Beispiel der Justizminister Vincent van Quickenborne, der ein komplettes Verbot nicht akzeptiert. Van Hecke bleibt jedoch optimistisch und hofft darauf, dass sich ein Kompromiss verhandeln lässt.

Gemeinsam mit einem Werbeverbot hat van Hecke den Vorschlag abgegeben, dass Spielern keine Bonis mehr angeboten werden. Insbesondere der beliebte Willkommensbonus soll abgeschafft werden. Dieser wäre in der Lage, neue Kunden zu gewinnen. Somit könnten aufgrund des Willkommensbonus viele Personen erst auf die Idee kommen, mit Glücksspielen zu beginnen. Ohne Willkommensbonus wäre die Gefahr wesentlich geringer. Dieser Vorschlag soll bisher positiv angenommen worden sein. Somit ist damit zu rechnen, dass Boni zumindest stark eingeschränkt werden, wenn sie nicht komplett abgeschafft werden.

Van Hecke geht jedoch weiter und möchte die Boni für Bestandskunden ebenfalls ändern. Hierüber gibt es keine exakten Informationen, sodass nicht abgeschätzt werden kann, inwiefern Promotions für Bestandskunden eingeschränkt werden.

Mindestalter soll erhöht werden

In einem weiteren Punkt zeigt sich van Hecke ebenfalls kompromissbereit. Er würde gerne das Mindestalter von 18 auf 21 Jahre erhöhen. Damit würden junge Erwachsene vor Glücksspiel geschützt werden. Sollte sein Vorschlag nicht angenommen werden, wäre er auch in diesem Bereich kompromissbereit. Er kann sich zudem vorstellen, dass das Mindestalter nur für bestimmte Glücksspiele angehoben wird.

Die Erhöhung des Mindestalters wird nicht nur von Belgien favorisiert. Auch ein Bundesland in Deutschland hat das Mindestalter auf 21 Jahre angehoben: Niedersachsen hat für alle Spielhallen das Alter auf 21 Jahre erhöht. Die Begründungen hierfür lauten: Junge Erwachsene würden zum ersten Mal in ihrem Leben auf eigenen Füßen stehen und müssen erst lernen, mit dem ersten Verdienst sicher umzugehen. Wird diese Altersgruppe zum Spielen animiert, könnten sie schnell den Überblick verlieren. Aus diesem Grund wird diese Altersklasse als besonders schützenswert angesehen.

Weitere Gründe für die Überarbeitung des Gesetzes

Nicht nur der Verkauf der Zeitungsläden an Golden Palace wird als Grund für die Überarbeitung genannt. In der öffentlichen Stellungnahme werden weitere Gründe erwähnt, zum Beispiel: Bislang lief es am Kiosk so, dass Sportwettenfans pro Tag 200 Euro oder pro Monat 6000 Euro setzen konnten. Allerdings wäre dies laut van Hecke möglich, ohne dass die Spieler überprüft werden. Auch das soll nach der Überarbeitung des Gesetzes anders ablaufen. Nähere Informationen, wie das Problem geklärt wird und welche Lösungsvorschläge vorhanden sind, wurden nicht veröffentlicht.

Generell soll das Glücksspiel in Belgien sicherer werden. Deshalb hat van Hecke einen Entwurf abgegeben, in dem wie in Deutschland Sportwetten und Casinos streng voneinander getrennt werden – zumindest im Internet. Ob diese Idee bei den Politikern auf Verständnis stößt und angenommen wird, verrät erst die Zukunft. Van Hecke rechnet damit, dass es noch mehrere Wochen oder gar Monate dauern wird, bis sich die Regierung einig ist und bis es ein neues Glücksspielgesetz gibt.

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Der Beitrag wurde am 14.2.2022 in dem Magazin von cpaws-ov.org unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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