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Großbritannien: Glücksspielanbieter müssen mehr Verantwortung übernehmen

Jedes Land möchte zwar den höchsten Sicherheitsstandard bezüglich Glücksspiele erzielen. Die Staaten reagieren hierbei jedoch anders und setzten an anderen Stellschrauben an. Die britische Glücksspielaufsicht hat nun bekannt gegeben, dass sie neue Regeln erarbeitet hat, die in Zukunft Glücksspielanbieter stärker in die Pflicht nimmt. Auf diese Weise soll ebenfalls eine Glücksspielsucht verhindert werden.

Big Ben in London bei Nacht.

Die UKGC setzt neue Regeln für Glücksspielanbieter fest. Mit diesen müssen die Anbieter mehr Verantwortung übernehmen und schneller auf problematische Spieler reagieren. (©Tasos_Lekkas/Pixabay)

Britische Glücksspielaufsicht sieht zu wenig Engagement der Anbieter

In der Pressemitteilung auf der eigenen Homepage hat der Chief Executive der UKGC bekannt gegeben, dass sie von den bisherigen Aktivitäten der Glücksspielanbieter enttäuscht sind. So hätten zwar viele Glücksspielanbieter Probleme bei den Spielern festgestellt, aber nicht schnell genug dagegen gesteuert. Die UKGC erwartet, dass die Anbieter von Glücksspielen einerseits härter und andererseits schneller durchgreifen, um eine Spielsucht entweder zu verhindern oder zu beheben.

Ferner erwartet die UKGC, dass die Glücksspielanbieter Problemspieler mit verhältnismäßigen und wirksamen Maßnahmen erkennen und gegen die Spielsucht vorgehen. Sollten sich die Anbieter nicht daran halten, wird die UKGC streng gegen diese vorgehen und hohe Strafen verhängen. Zuvor jedoch versucht die UKGC mit neu entwickelten Handlungsanweisungen die Betreiber von Glücksspielen zu unterstützen. Dank der detaillierten Anweisungen sollen die Glücksspielanbieter die neuen Regeln schnell und effizient umsetzen können. Immerhin werden die neuen Regeln ab 12. September 2022 in Kraft treten.

Neue umfassende Regeln ab September

Die von der UKGC veröffentlichten Regeln sehen kompliziert aus. Zumindest verraten die Ausführungen der Regeln nicht, wie genau die Glücksspielanbieter vorgehen sollen. Doch welche neuen Regeln hat die UKGC kreiert, um die Spieler künftig besser zu schützen? Hierzu führt die UKGC folgendermaßen aus:

  • Eine Reihe von Indikatoren soll dabei helfen, Schäden durch Glücksspiele zu erkennen.
  • Hinweise auf Schäden sollen erkannt werden und anschließend sollen geeignete Maßnahmen angesetzt werden.
  • Installieren von automatischen Prozessen für starke Schadensindikatoren.
  • Verhinderung von Boni an Risikokunden.
  • Mit den Spielern zielgerichtet bezüglich Spielsucht kommunizieren.
  • Die eigene Kundeninteraktionsbewertung der UKGC beweisen.
  • Sicherheitsmaßnahmen von Drittanbietern sicherstellen.

Im Juni möchte die britische Glücksspielaufsicht hierzu die ersten Details an die Glücksspielanbieter herausgeben. Diese haben anschließend das Recht, über die Anforderungen Fragen zu stellen und Hilfe bei der Umsetzung zu beantragen.

Gründe für die neuen Regeln

Die neuen Regeln wurden natürlich nicht grundlos entwickelt. Die UKGC hat in letzter Zeit vermehrt festgestellt, dass Online-Casinos und Online-Sportwettenanbieter zu wenig unternehmen, um sowohl eine Spielsucht zu erkennen als auch zu beheben. Zugleich weiß die UKGC, dass die Online-Glücksspielanbieter sehr wohl in der Lage sind, die Problemspieler zu erkennen und dagegen vorzugehen. Im Rahmen der Ermittlungen, die von der britischen Glücksspielaufsicht durchgeführt werden, kamen immerhin 13.000 Antworten. Dank dieser detaillierten und umfangreichen Ermittlungen konnte die britische Aufsichtsbehörde die Probleme erkennen und entsprechende Regeln festsetzen. Im Übrigen stammten die Rückmeldungen nicht nur von Glücksspielanbietern, sondern auch von Spielern.

Es gibt jedoch weitere Gründe, weshalb die UKGC diese Regeln erarbeitet hat. Die britische Regierung ist noch damit beschäftigt, das aktuelle Glücksspielgesetz zu überarbeiten. Bis wann es ein neues Gesetz gibt, steht noch nicht fest. Trotzdem wurden die Neuerungen für die Glücksspielanbieter in Bezug auf das neue Gesetz erarbeitet. Inwiefern sich das Gesetz überhaupt ändern wird, steht ebenfalls nicht fest. Es soll jedoch überarbeitet werden, um die Spielersicherheit erneut zu stärken. Deshalb hat die UKGC versprochen, dass die neuen Regeln in Zukunft noch einmal überarbeitet werden, wenn hierzu Bedarf besteht.

Um diese Ideen erreichen zu können, arbeitet die UKGC mit BGC und ICO zusammen, und zwar am gemeinsamen Projekt Single Customer View. Zugleich arbeitet die UKGC weiter an ihren internen Programmen, mit denen Problemspieler identifiziert werden können.

Glücksspielanbieter müssen zusätzlich geänderte Marketingregeln beachten

Wie die oben präsentierten Regeln verraten, müssen die Anbieter auch neue Marketingregeln beachten. Eine detaillierte Erklärung wurde jedoch nicht veröffentlicht. Die Pressemitteilung der UKGC deutet lediglich darauf hin, dass problematischen Spielern keine neuen Boni und weitere Angebote zugeschickt werden dürfen. Das bedeutet, dass die Spieler keine Informationen erhalten dürfen, die einen erneuten Anreiz zum Spielen bieten.

Es ist denkbar, dass sich die UKGC mit der Regierung in Verbindung setzen wird, um gemeinsam eine sichere Strategie zu erarbeiten. Eine Studie hat im letzten Jahr festgestellt, dass in Großbritannien Glücksspielwerbung über Radio zu unsicheren Zeiten gesendet wird: zwischen 7 und 8 Uhr morgens und am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr. Somit kommen Kinder und Jugendliche mit der Werbung in Kontakt. So besteht die Gefahr, dass Kinder aufgrund der Werbung mit Glücksspielen in Berührung kommen.

Um dieses Problem in Zukunft zu verringern und so weder Kindern noch Jugendlichen einen Berührungspunkt mit Glücksspielen zu bieten, möchte die britische Regierung in erster Linie an der Glücksspielwerbung arbeiten.

Glücksspielanbieter müssen mit hohen Strafen rechnen

Die britische Glücksspielbehörde ist bekannt dafür, sehr hohe Strafen zu verteilen. So kam es in den letzten Jahren häufiger vor, dass Glücksspielanbieter beim Verstoß gegen die bestehenden Vorschriften eine Strafe in Höhe mehrerer Millionen Pfund erhielten. So musste Sky Bet musste in diesem Jahr eine Strafe von 1,17 GBP verkraften. Sky Bet hatte gegen die geltenden Werbemaßnahmen verstoßen und problematischen Spielern Boni angeboten. Gleiches geschah mit den Spielern, die sich bewusst gegen den Erhalt von Werbung ausgesprochen haben.

Betway traf es im Jahr 2020 noch härter. Gegen diesen Online-Sportwettenanbieter sprach die UKGC eine Strafe von 13,6 Millionen Euro aus. Dieses Unternehmen hatte gegen die Vorschriften bezüglich sozialer Verantwortung und gegen das Geldwäschegesetz verstoßen. Obwohl die Verstöße entsprechend gefährlich gewesen sein müssen, hat sich die UKGC gegen den Entzug der Lizenz entschieden.

Diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass die britische Aufsichtsbehörde immer schon sehr streng agierte. Trotzdem hat die Behörde klar gemacht, dass sie in Zukunft noch strenger gegen die Anbieter vorgeht, die weder eine Spielsucht erkennen noch diese beheben. Wie hoch in Zukunft die Strafen ausfallen, bleibt ein Geheimnis und kann mit Spannung erwartet werden.

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Der Beitrag wurde am 22.4.2022 in dem Magazin von cpaws-ov.org unter den Schlagwörtern , veröffentlicht.
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